Den Anfang der subtropischen Pflanzenpracht an der irischen Westküste machten die Palmfarne. Sie dienten als simpler Ballast auf den Schiffen, die aus Australien zur Versorgung der dortigen Siedler zurückkehrten. Man warf die nicht mehr benötigten Pflanzen an Land, wo sie  bewurzelten. Später nutzte man das milde Klima, um in Europa nicht sicher winterharte Arten  zu kultivieren. Sie konnten in West-Irland überleben und nur im Einflussbereich des Golfstroms war die Kultur im Freien möglich – so lange, bis man in England gelernt hatte, große Glashäuser zu bauen.

Das Klima an der irischen Westküste bietet besonders gute Wachstumsbedingungen. Die niedrigsten Temperaturen liegen im Dezember bei durchschnittlich 7 °C, im Januar bei 6 °C und im Februar bei  5 °C, die höchsten Temperaturen betragen im Durchschnitt 12 °C im Dezember und jeweils 11 °C im Januar und Februar. Diese Klimadaten entsprechen ungefähr jenen an der Riviera. Frost gibt es kaum, Schnee fällt etwa alle zehn Jahre (wie in 2018). Natürlich liegen die Sommertemperaturen deutlich unter den Werten, die an der Riviera gemessen werden. Dafür aber fallen reichlich Niederschläge, die Pflanzen haben keinen Hitzestress und Trockenheitsstress schon gar nicht.

Zu den Arten, die auf Valentia Island besser wachsen als an ihren Heimatstandorten, gehört die Monterey-Zypresse (Cupressus macrocarpa), die in Glanleam eine mächtige Gestalt entwickelt, während sie an den Trockenstandorten an der kalifornischen Küste nur moderate Höhen erreicht. In Glanleam steht eine gelbnadelige Auslese, Cupressus macrocarpa ‘Lutea’.

Im dichten Strauchwerk des Gartens fallen die vielen Chilenischen Myrten (Chilean Myrtle, Luma apiculata)  auf, man erkennt sie an der zimtfarbenen, filzigen, aber glatten Borke.

Chilean Myrtle, Chilenischn Myrtn (Luma apiculata)

 

 

 

 

 

Bottle Brush Shrub, Weißer Zylinderputzer, Weidenblättriger Zylinderputzer (Callistemon salignus)

 

 

 

 

 

 

Gleich am Haus steht eine Südseemyrte oder Manuka-Strauch (New Zeeland Tee Tree, Leptospermum scoparium) mit karminroten kleinen Blüten. Dem Manuka-Honig wird eine rundum heilsame Wirkung auf den menschlichen Organismus zugeschrieben. Am Hauptweg in Richtung Spring Rice Garden stehen mehrere spektakuläre Gehölze: die Winterrinde (Winter’s Bark, Drimys winteri var. chilensis), eine Sicheltanne oder Sugi (Japanese Cedar, Cryptomeria japonica), eine Zimterle (Lily of the Valley Tree, Clethra arborea) und ein Laternenbaum (Chilean Lantern Tree, Crinodendrum hookerianum). Die Cordylinen (Bank’s Cabbage Tree, Cordyline banksii) kommen uns Mitteleuropäern schon bekannter vor, wir kennen sie als pflegeleichte Zimmerpflanzen. Aus Glanleam bilden sie ganze Gruppen von knapp zwei Meter hohen Schöpfen.

Chilean Lantern Tree, Laternenbaum (Crinodendrum hookerianum)

 

 

 

 

Im Gebüsch rechts des Weges zeichnet sich hoher Baum mit gelb panaschiertem Laub ab. Das ist eine Glanleam Myrtle (Luma apiculata ‘Glanleam Gold’). Die Sorte wurde hier 1957 als spontane Mutation entdeckt.

 

 

 

 

Spätestens am Übergang zur Fernery zeigt sich noch eine Besonderheit von Glanleam, nämlich der üppige Bestand an Baumfarnen. In Richtung Knight’s Garden stehen verschiedene Arten: New Zealand Tree Fern (Dicksonia squarrosa,  Silver Tree Fern (Cyathea dealbata) und Black Tree Fern (Cyathea medullaris).

Am Hauptweg, der aus dem Landgut heraus und später über offenes Weideland zum Leuchtturm führt, stehen weitere seltene Gehölze aus dem pazifischem Raum wie Tasmanian Laurel (Anopteris glandulosa), Rimu-Harzeibe (Red Pine or Rimu, Dacrydium cupressinum), New Zealand Lace Bark (Hoheria populnea) und Neuseeländische Eisenholzbaum (New Zealand Chrismas Tree, Metrosideros excelsa).

Die Hecken aus immergrünen südamerikanischen Escallonien (Escallonia) erhalten vermutlich wenig Beachtung. Dabei sehen sie so elegant aus mit dem dunkelgrünen, glänzenden, kleinblättrigen Laub und den karminroten Glockenblüten. Escallonien halten den salzhaltigen Winden besonders gut stand.

 

 

Hinter dem Haus liegt die große offene Rasenfläche, Great Lawn genannt. Umstanden ist sie von vielen verschiedenen Gehölzarten, die 150 Jahre alten Bäume erreichen majestätische Größen.

 

 

 

Nur auf sauren Böden entwickeln Hortensien eine derart klare blaue Färbung.

 

 

 

 

Am Weg entlang der Küste findet sich dieses Gartenelement aus herrschaftlicher Zeit: ein Friedhof für die Hunde.

 

Teile diesen Beitrag