Dienstag, 19. Juni

Überbordender Pflanzenwuchs zeigt sich in den Gärten von Derrynane, nördlich des Herrenhauses, oberhalb des sanften Abhangs, der sanft zum Meer abfällt. Mineralischer Schwemmboden und vor allem das warme, luftfeuchte Klima sorgen für das Gedeihen der Gewächse. Im Sommer wird es nie zu heiß, Trockenheit (wie im Juni 2018) kommt selten vor, im Winter tritt höchstens einmal schwacher Frost auf. An der irischen Südwest-Küste entwickeln sich Pflanzen aus subtropischen Zonen in Südamerika und aus dem australpazifischen Raum hervorragend. Daher finden sich in der umfangreichen Pflanzensammlung von Derrynane so viele ungewöhnliche Gewächse, die man nicht einmal in Ostirland, schon gar nicht auf dem Kontinent kultivieren könnte.

Die Artenfülle ist aber auch dem Head Gardener James O’Shea zu verdanken, „James, who knows every plant“, das tut er wirklich. James O‘Shea steht in Kontakt mit verschiedenen Pflanzenliebhaber und tauscht Samen mit wissenschaftlichen Einrichtungen aus, zum Beispiel mit dem Botanischen Garten Glasnevin in Dublin. Dadurch wird der Garten von Derrynane selbst zum Pflanzenschatzkästchen.

Entlang der Rasenfläche ziehen sich Horste des Riesenrhabarbers (Gunnera manicata) hin, der überall in Irland prächtig gedeiht. Die Pflanze aus Brasilien hat sich eingebürgert und wuchert inzwischen an der irischen Westküste so gut, dass die Art als invasives Unkraut gilt.

 

 

 

 

 

 

 

Spektakulär wachsen in Derrynane die Baumfarne: Nicht nur die verbreitete Art Dicksonia antarctica aus Australien und Tasmanien trägt große Schöpfe aus Wedeln über dicken Stämmen, sondern es ist auch die empfindlichere Art Dicksonia fibrosa aus Neuseeland zu finden sowie Cyathea dealbata mit blaugrauer Blattunterseite. Diese Art kommt in der Natur auf Neuseeland und auf den Norfolk-Inseln vor.

 

In der umfangreichen Sammlung finden sich südamerikanische Gehölzen wie der Laternenbaum (Crinodendron hookeri) und Scheinbuche (Nothofagus antarctica), die neuseeländische Baumfuchsie Fuchsia exorticata, Neuseelandmyrten (Leptospermum scoparium), subtropische Gewächse aus Asien wie Taiwania cryptomerioides oder Isoplexis sceptum von Madeira. Zwischen den vielen unterschiedlichen Sträuchern leuchten hochrot die Blüten der noch nicht lange in Südamerika entdeckten Art Petunia ensata.

 

Als Besonderheit wächst an der oberen Böschung über der Palmfarnaufpflanzung ein australischer Grasbaum (Xanthorrhoea johnsonii ‘Black Boy’).

 

 

 

 

 

Nicht nur Liebhaber seltener Pflanzen kommen in den Gärten von Derrynane auf ihre Kosten. Im eingewachsenen, dichten Wald rund um das ehemalige Ringfort finden sich verschlungene Pfade in mystischer Atmosphäre. Kinder können auf dem Fairy Trail den Wegen und den Verstecken von Feen und anderen Sagengestalten nachspüren.

 

 

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